Kann man sich das wirklich antun? Ich mein, ja, ich bin doch interessiert. Nur ich schaffe das nicht, nicht mal zur Primetime. Nach eigenen Auskünften berichten ARD und ZDF 320 Stunden “live” von den olympischen Spielen. Gestern abend guckte ich auch zu, also bedingt, wollte Biathlon sehen, hab auf etwas Curling gehofft. Aber da hab ich zuviel gewollt. Sicher war da auch Biathlon, aber vor allem waren da Einspieler, wo sich Sendezentren befinden, wo Sportstätten sind, Vorberichte, Zusammenfassungen, Nachberichte … so kommen sie also zusammen, die 320 Stunden.
Die Spiele selbst dauern übrigens 17 Tage, das sind 408 Stunden. 320 Stunden davon live! Das kann doch nicht klappen. Nicht mit mir, diese Zeit habe ich nicht, um mich da mit Leerlauf einschläfern zu lassen. Manchmal denke ich die Sportreporter machen das ihrer selbst wegen, denn eigentlich interviewen sie sich die meiste Zeit selbst. Der Moderator im Studio befragt den Moderator vor Ort, der den Fieldreporter, und der redet mit einem ehemaligen Sportler. Passieren und erfahren tut man letztendlich genau gar nichts.
Als dann irgendwann eine Frau auf einer Rodel durch den Eiskanal sauste und der Kommentator zu dem Bild der regungslos auf dem Schlitten liegenden Athletin meinte, jetzt heißt es Geschwindigkeit aufnehmen, da fühlte ich mich angeprochen und habe endlich wieder abgeschalten.






