unsortiertes17. Februar 2010 - 20:44

Kann man sich das wirklich antun? Ich mein, ja, ich bin doch interessiert. Nur ich schaffe das nicht, nicht mal zur Primetime. Nach eigenen Auskünften berichten ARD und ZDF 320 Stunden “live” von den olympischen Spielen. Gestern abend guckte ich auch zu, also bedingt, wollte Biathlon sehen, hab auf etwas Curling gehofft. Aber da hab ich zuviel gewollt. Sicher war da auch Biathlon, aber vor allem waren da Einspieler, wo sich Sendezentren befinden, wo Sportstätten sind, Vorberichte, Zusammenfassungen, Nachberichte … so kommen sie also zusammen, die 320 Stunden.

Die Spiele selbst dauern übrigens 17 Tage, das sind 408 Stunden. 320 Stunden davon live! Das kann doch nicht klappen. Nicht mit mir, diese Zeit habe ich nicht, um mich da mit Leerlauf einschläfern zu lassen. Manchmal denke ich die Sportreporter machen das ihrer selbst wegen, denn eigentlich interviewen sie sich die meiste Zeit selbst. Der Moderator im Studio befragt den Moderator vor Ort, der den Fieldreporter, und der redet mit einem ehemaligen Sportler. Passieren und erfahren tut man letztendlich genau gar nichts.

Als dann irgendwann eine Frau auf einer Rodel durch den Eiskanal sauste und der Kommentator zu dem Bild der regungslos auf dem Schlitten liegenden Athletin meinte, jetzt heißt es Geschwindigkeit aufnehmen, da fühlte ich mich angeprochen und habe endlich wieder abgeschalten.

unsortiertes15. Februar 2010 - 09:34

Der darf das, dachte ich, den Blick von dem übelriechenden Kerl im Frottee-Bademantel abgewandt, der mir seine Achselhöhle viel zu dicht vor die Nase hielt, während er sich im Mittelgang des Bus stehend am Gestänge festklammernd der Fliehkräfte erwehrte. Es ist Rosenmontag, und da drückt man ein Auge zu.

Trotzdem: schlechter Sitzplatz, wäre besser wenn ich da stehen könnte, und sich ein anderer auf meinem Platz die Unterschenkel über dem Gebläse grillen lassen könnte. Dabei würde mich sogar in die Zehen frieren, aber es gelingt mir nicht meine Füße so zu positionieren, dass die Wärme dort lokalisiert wäre.

Das Auto zu nehmen wäre eindeutig die bessere Wahl gewesen, aber der gute Parkplatz den ich heute Nacht ergattert habe und die Aussicht eben heute abend nicht mal einen schlechten Parkplatz (solche wo man um 7:30 schon wieder weg sein muss) zu finden sprachen für den Bus. Und natürlich auch, die Aussicht auf Rotwein. Bei Einladungen Wasser, Cola oder gar das für mich uncoolste Getränk “Apfelschorle” zu bestellen finde ich unschicklich. “Apfelschorle” schmeckt ja eigentlich nicht schlecht, aber ich verbinde das mit Eindrücken aus meiner Kindheit. Familienausflüge am Sonntagnachmittag, Kaffee und Kuchen, ich-will-wieder-heim-Gequengle, und eben jene Familienangehörigen die schon das Alter hatten das Ihnen der Arzt von Coffein abgeraten hat, die tranken Apfelschorle zum Thomapyrin. Und es musste Schorle und nicht Saft sein, wegen der Kalorien.

Als der Mann, der es wohl schon eine geraume Zeit verabsäumte, sich unter eine Dusche zu stellen, dann endlich ausstieg, bemerkte ich meinen Irrtum. Er gehörte nicht der Narrenfraktion an, keine Herzchen auf der Backe, sondern, nein, es gibt tatsächlich Frottee-Sackos. Außer diesem Kleidungsstück deutet nichts weiter auf eine Verkleidung hin. Was mag der arbeiten? Ich beschließe, ihn den Versicherungsvertretern zuzuordnen.

Apropos Arbeiten, das sollte ich jetzt auch. Die Füße sind mittlerweile auf Betriebstemperatur, der Coffeinspiegel eingestellt. Dann los jetzt, und abends ist zum Glück der Bus ja weniger stark frequentiert.

unsortiertes7. Februar 2010 - 21:40

unsortiertes6. Februar 2010 - 21:45


Fühle mich etwas krank und ausgelaugt. Die Stirn ist heiß, die Augen tun weh, und es kommt mir so vor als würden sie heute schlechter als gewöhnlich sehen. Macht aber nichts, denn es gibt eh nicht viel zu sehen, außer dass gelegentlich mal wieder Schnee vom Himmel fällt.

Ich sollte es mir gar nicht erst vornehmen, am Wochenende etwas zu arbeiten, denn ich glaub darin liegt das Übel dieser “Samstagskrankheit”. Ein selbstauferlegter Druck, an diesen beiden “freien” Tagen etwas schaffen zu wollen, zu müssen. Nein, das ist nicht gut, davon muss ich wegkommen.

unsortiertes5. Februar 2010 - 21:46


Ein Anhängsel aus der alten analogen Welt habe ich mir bewahrt und es ist mir lieb wie eh und je, nämlich die Lektüre einer Tageszeitung. Und das, obwohl ich meist erst abends dazu komme sie zu lesen. Da kann kein online Medium mithalten.

unsortiertes4. Februar 2010 - 22:59


Vermutlich ist die oben abgelichtete Buchhandlung weder die schönste noch die beste der Stadt, dennoch kaufe den Großteil meiner Bücher da und bin deshaöb sehr oft dort. Wie zum Beispiel heute oder auch morgen. Morgen muss ich - welch Schande - endlich “Die Vermessung der Welt” kaufen. Bislang hab ich das Buch aus dem Grund nicht gelesen, weil ich den Kehlmann für einen Schnösel hielt, für einen Unsympathen. Seit zwei Tagen ist das anders, denn ich hab ihn auf arte, zusammen mit Hader durchs nächtliche Wien ziehen sehen. Und seitdem frage ich mich, wie konnte es nur zu dieser grandiosen Fehleinschätzung kommen?

unsortiertes3. Februar 2010 - 22:32


Diese Anemone - sofern es denn überhaupt eine ist - die hab ich nicht heute fotografiert. Sie fiel mir gerade beim Sichten meiner Fotos vom verlängerten “England-Wochenende” ins Auge. So war das am Samstag morgen nördlich von London, und so hätte ich es gerne auch hier, und zwar bald, wenn ich mir denn was wünschen dürfte.

Dazu muss ich sagen, dass mich der Winter an und für sich gar nicht stört, aber, dieses massive Schneevorkommen ist extremst inkompatibel mit meinem derzeitigen Faible für schwarze Schuhe. Diese schauen nämlich einfach scheiße aus, wenn da immer weiße Salzkrusten drankleben, sobald man auch nur ein paar Schritte draussen war. Ich bin und bleibe halt ein leidlich fauler Schuhputzer …

unsortiertes2. Februar 2010 - 22:22


Nein, das hätte ich nicht erwartet. Schön ja, meinetwegen, aber eigentlich bin ich nicht der Mensch für die großen Städte, doch London … verdammt, warum war ich da eigentlich nicht früher da? Ob das an den elendsblöden Englischbüchern lag, die mir zu Schulzeiten Great Britain im allgemeinen und London im speziellen unsympathisch erscheinen haben lassen. Die Sprache war es jedenfalls nicht, sonst hätte ich ja nicht schon auf mehreren Etappen fast die komplette Ostküste der USA abgeklappert.

Egal, mein Kurztrip verlangt die Rangfolge meiner Lieblingsstädte neu überdenken und der englischen Hauptstadt einen Platz ziemlich weit vorne einzuräumen. Ich muss da unbedingt nochmal und dann aber für ein bisschen länger hin, wenn es weniger windig und weniger kalt ist. Mal sehen, wann kann ich mir wieder mal frei nehmen? Ende August vielleicht …

unsortiertes27. Januar 2010 - 22:08


Nicht mal die Lösungen mit denen ich so arbeite (arbeiten lasse) sind bunt dieser Tage. Aber was soll’s, morgen Nachmittag breche ich mal für ein paar Tage aus, aus der Arbeitswelt und gucke ob die Busse und Telefonhäuschen (sofern es solche überhaupt noch gibt) in London repektive England noch rot sind.

Sollte die dortige Zivilisation kostenfreien Internetzugang für mich bereitstellen werde ich hier natürlich - reich bebildert - berichten. Wenn nicht, dann gibt es spätestens ab Dienstag wieder neues.

unsortiertes26. Januar 2010 - 22:33


Ich fände es ja gut, wenn die Straßen nie geräumt werden würden. Allein wegen dem Gedanken, mal Tempo rauszunehmen und festzustellen, so geht es auch. Und, um einen halben Tag allen einfallslosen Menschen die Gelegenheit zu geben, einem zu fragen: wie bist du heute her gekommen, war ja schlimm auf der Straße, nichts geräumt …

Auf morgen freue mich auch schon. Soll ja die kälteste Nacht hier werden. Ganz dunkelblau hinterlegt, minus 24 °C orakelte die Wetterkarte des ZDFs. Da gehe ich jede Wette ein, dass ich bis halb neun mindestens einmal hören darf: Das hätte es jetzt auch nicht mehr gebraucht, so ein langer Winter.